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Essen und Trinken auf Reisen


Da bis zu 50% aller Fernreisenden an Durchfallerkrankungen leiden, sollten Sie sich, was das Essen betrifft, an die alte englische Regel halten:

.Im Folgenden ein paar Tipps zu den Themen "Nahrungsmittel & Getränke auf Reisen" sowie "Vorbeugemaßnahmen" und "Behandlungsmöglichkeiten", damit Sie Ihre Reise möglichst ohne Magen und Darm Probleme genießen können:

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 Tipps für Nahrungsmittel & Getränke
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Die folgenden Nahrungsmittel und Getränke sind zu meiden:

    • Austern und andere rohe Meeresfrüchte
    • roher Fisch; selbstgeangelte Fische (auch gebraten) nur bei ausreichender Artenkenntniss verzehren, da sie giftig sein können
    • rohes Fleisch
    • Salate und rohes Gemüse
    • Obstsalat
    • Eis - sowohl Speiseeis als auch Eiswürfel
    • kalte Buffets
    • länger warmgehaltene Speisen
    • Leitungswasser
    • nicht pasteurisierte Milch
    • Tiefkühlprodukte, da die Kühlkette oft unterbrochen wird

 Als Trinkwasser und auch zum Zähneputzen nehmen Sie am besten in Flaschen abgefülltes Mineralwasser oder abgekochtes Wasser. Auch die Verwendung spezieller Desinfektionstabletten für Leitungswasser oder der Einsatz von Wasserfiltern mit Katadyn-Keramik reinigen das Trinkwasser. Frisch zubereiteter Tee und Kaffee sind für gewöhnlich risikofreie Getränke, ebenso Bier und Wein. Allerdings reagiert der Magen oft empfindlich auf zu kalte Getränke - muten Sie Ihrem erhitzten Körper deshalb besonders an heißen Tagen keine eiskalten Getränke zu.
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Hinweis

In Ihrem "Urlaubsalltag" im Hotel können Sie vielen Infektionsquellen aus dem Weg gehen. Bei Ausflügen mit dem Boot oder längeren Busfahrten ins Landesinneres u.ä. können Sie jedoch nicht immer essen und trinken, wo, wann und was Sie möchten. Meiden Sie alle rohen oder kühlpflichtigen Produkte! Gegebenenfalls können Sie sich Trinkwasser und etwas Proviant mitnehmen.

Wenn Sie keine Möglichkeit haben, hygienisch einwandfreie Nahrungsmittel zu bekommen, lässt sich das Risiko  etwas mindern, indem Sie nur kleine Mengen verzehren: Die Magensäure hat eine gewisse Schutzwirkung. Auch ein Aperitif vor dem Essen und scharf gewürzte Speisen können über eine vermehrte Ansäuerung des Magens bzw. über einen größeren Fluss der Verdauungssäfte Durchfallerkrankungen in geringem Maße vorbeugen. Das Rauchen und Trinken größerer Flüssigkeitsmengen vor dem Essen sollte man unterlassen.

Ansonsten gilt: Vor dem Essen Hände waschen - am besten mit eigener Seife - und keine benutzten Handtücher zum Abtrocknen verwenden.

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Durchfälle und andere Magen-Darm-Erkrankungen

Die meisten Reisedurchfälle treten in den ersten Tagen eines Auslandsaufenthaltes auf, wenn der Darm sich noch nicht an die "fremden" Bakterien und Viren gewöhnt hat. Nach ein paar Tagen ist der Patient in der Regel wieder gesund. Schwerwiegendere Darminfektionen sind viel seltener - sie sind oft verbunden mit Bauchkrämpfen, Erbrechen oder Fieber. Die Stühle können schleimig oder blutig sein. Mögliche Ursachen derartiger Durchfallkrankheiten sind Bakterien oder Parasiten (z.B. Giardiasis = Lambliasis, Amöbenruhr).

Eine Nahrungsmittelvergiftung macht sich innerhalb weniger Stunden nach dem Genuss von verdorbenen Speisen mit Brechdurchfall bemerkbar. Auch Typhus und Paratyphus, Poliomyelitis, Hepatitis A und Hepatitis E und verschiedene Parasitenerkrankungen wie z.B. Darmwürmer gehören zu den Infektionen, die man sich auf Reisen beim unachtsamen Essen und Trinken zuziehen kann. Wurmeier und die Vorstufe von Trichinen oder von einem Leber- oder Lungenegel etc. können über ungenügend erhitzte Nahrungsmittel (zystenhaltiges Fleisch, metazerkarienhaltige Süßwasserfische  bzw. Schalentiere) aufgenommen werden.

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Vorbeugung

Vorsicht beim Essen und Trinken ist die beste Vorbeugung gegen Durchfälle, da es weder eine Impfung noch eine sinnvolle Tablettenprophylaxe gegen Reisedurchfall, Amöben und andere Darmparasiten gibt. Bei keinem der zahlreich angebotenen rezeptfreien Medikamente ist je eine absolut sicher vorbeugende Schutzwirkung nachgewiesen worden. Gewisse Antibiotika vermindern die Anfälligkeit, aber diese sind wegen möglicher Nebenwirkungen (z. B. erhöhte Lichtempfindlichkeit der Haut beim Einsatz von Tetracyklinen) als Prophylaxe nicht oder nur bei Anwendung von Lotionen mit sehr hohem Lichtschutzfaktor (Faktor 30 - 40) zu empfehlen.

Gegen Hepatitis A gibt es seit 1992 eine Schutzimpfung. Gegen die ebenfalls über verunreinigte Lebensmittel übertragene Hepatitis E, die besonders für Schwangere gefährlich werden kann, gibt es dagegen keinen Impfschutz.

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Reisedurchfall behandeln

Viel Trinken ist oberstes Gebot. Am besten ersetzt man die verlorene Flüssigkeit  mit Bouillon, Fruchtsäften oder gezuckertem Tee. Salz- und glucosehaltige Lösungen aus der Apotheke sind besonders für Kinder und ältere Leute vorteilhaft (z.B. Elotrans oder Santalvt).

Zucker-Salz-Lösungen können aber auch leicht selbst hergestellt werden:

  • 1l Saft, 1 Teelöffel Kochsalz, 2 Eßlöffel Zucker, oder
  • 1l schwarzer Tee, 1 Teelöffel Kochsalz, 2 Eßlöffel Zucker, Saft von 2 Orangen

Hiervon wird in kleinen Schlucken viel getrunken. Der enorme Wasser- und Salzverlust bei schweren Durchfällen bewirkt ansonsten ein Austrocknen des Körpers. Dies ist in jedem Alter gefährlich, vor allem aber für Kleinkinder und alte Menschen.

Sofern z. B. für eine Flug- oder Busreise eine schnelle Besserung erforderlich ist, kann ein durchfallhemmendes Medikament mit dem Wirkstoff Loperamid bei Durchfall ohne Fieber und ohne Blutabgang im Stuhl eingesetzt werden. Der Einsatz solle aber nur kurzfristig erfolgen, da durch Loperamid häufig die Ausscheidung der Keime und somit die Heilung verzögert wird. Tanninpräparate auf pflanzlicher Wirkstoffbasis oder Lactobazillus boularfii sowie absorbierende Stoffe können besonders bei abwehrgeschwächten und älteren Menschen zur Vorsorge und Behandlung leichter Durchfälle eingesetzt werden. Bei blutigem Durchfall und anhaltendem Fieber sollte so schnell wie möglich ein Arzt aufgesucht werden.

Auch der Verzehr von Salzstangen, Weißbrot, Haferschleim und Bananen sowie das Trinken von Cola-haltigen Limonaden und gezuckertem schwarzen Tee kann im Einzelfall hilfreich sein. Sind solche Maßnahmen nach 48 bis 72 Stunden erfolglos, verschlimmern sich die Beschwerden laufend oder ist die Krankheit körperlich stark beeinträchtigend oder mit häufigem Erbrechen verbunden, ist unverzüglich ein Arzt aufzusuchen.

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Autor

12.01.2017, Dr. med. Andrea Gontard (AG), Fachärztin für Allgemeinmedizin

Tipps zum Essen und Trinken auf Reisen

Reisemedizinische Beratung

Für Ihre reisemedizinische Beratung steht Ihnen online ein Fragebogen zur schriftlichen Reiseberatung zur Verfügung - gerne beraten wir Sie auch telefonisch:

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Füllen Sie online einen Fragebogen zu Ihrer Reise und gesundheitlichen Situation aus. Innerhalb der nächsten zwei Arbeitstage erhalten Sie von einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt/in eine umfassende schriftliche Beratung zu empfohlenen Impfungen und Vorkehrungen für Ihr Reiseland sowie zur Malaria-, Gelb- und Denguefiebersituation vor Ort.

Kosten nach der Gebührenordnung für Ärzte (Ziffer 3 GOÄ 2,3-fach): ab 20,00 € (per Rechnung)

telefon Telefonische Reiseberatung

Vereinbaren Sie online einen Termin für eine ärztliche Beratung zur Beantwortung Ihrer reisemedizinischen Fragen sowie für aktuelle Impfempfehlungen für Ihr Reiseziel. Ein reisemedizinisch erfahrener Arzt/in ruft Sie unter der von Ihnen genannten Telefonnummer zu dem vereinbarten Termin zurück und berät Sie ausführlich.

Kosten nach der Gebührenordnung für Ärzte (Ziffer 3 GOÄ 3,26-fach): ab 28,50 € (per Rechnung)

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