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Gelbfieber

Beschreibung

Schwere Virusinfektion, die durch eine Stechmückenart übertragen wird. Sie tritt im äquatorialen Afrika sowie in Mittel- und Südamerika auf (>> Ihr Reiseziel).

Die Erkrankung beginnt drei bis sechs Tage nach Infektion mit einem ersten Fieberschub. Bei einem zweiten Schub - nach einer scheinbar gesunden Phase - kommt es zu einer schweren Leberentzündung, an der ca. 20 % der Patienten sterben. Eine medikamentöse Therapie ist nicht möglich.

 Vorkommen

Das Gelbfiebervirus ist in einigen Gebieten Afrikas und Zentral- und Südamerikas endemisch:

Afrika
Kenia, Tansania, Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Elfenbeinküste, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Republik Kongo, Demokratische Republik Kongo, Liberia, Mali, Niger, Nigeria, Ruanda, Sambia, Sao Tomé & Principe, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Togo, Tschad, Uganda und Zentralafrikanische Republik

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Zentral- und Südamerika
Bolivien, Brasilien, Ecuador, Französisch Guayana, Guayana, Kolumbien, Panama, Peru, Surinam, Venezuela, Trinidad und Tobago


Die Zahl der Epidemien ist seit den frühen achtziger Jahren gestiegen. In anderen Ländern wird das Risiko einer Einschleppung des Gelbfiebervirus für möglich gehalten, weil entsprechende Vektoren und passende Primatenwirte vorkommen (dazu gehört auch Asien, wo bisher nie über Gelbfieber berichtet wurde).

Erreger

Gelbfiebervirus, ein Arbovirus aus der Familie der Flaviviren

Infektionsweg

Stechmückenweibchen übertragen das Virus beim Stich von Affe zu Mensch (sog. Dschungel-Gelbfieber) oder von Mensch zu Mensch (sog. Stadt-Gelbfieber). Die Moskitos stechen während der Tagesstunden. Die Übertragung erfolgt in Höhen bis zu 2.500 Metern.

Das Gelbfiebervirus befällt Menschen und Affen. In Dschungel- und Waldgebieten stellen Affen das Hauptreservoir der Infektion dar, wobei das Virus durch Moskitostiche von Affe zu Affe übertragen wird. Die infizierten Moskitos können auch Menschen stechen, die sich in den Waldgebieten aufhalten, was zu sporadischen Fällen oder kleineren Ausbrüchen führt. In urbanen Regionen sind Affen an der Übertragung nicht beteiligt, die Infektion wird durch Moskitostiche von Mensch zu Mensch übertragen. Das Einschleppen einer Infektion in den urbanen Raum kann zu großen Gelbfieberepidemien führen. In den feuchten Savannenregionen Afrikas kommen beide Übertragungswege vor. Moskitos infizieren hier sowohl Affen wie Menschen, was zu lokalen Ausbrüchen führen kann.

Inkubation

3 - 6 Tage

Verlauf

Nach Mückenstich und Übertragung vermehrt sich das Virus im Organismus. Ein schneller Fieberanstieg geht mit schweren Allgemeinerscheinungen einher (Kopf-, Muskelschmerzen, Übelkeit), häufig begleitet von verlangsamtem Puls und Bindehautentzündung. Nach einer kurzen Erholung von vielleicht einem Tag gelangt der Patient in die Phase der Organbeteiligung: Leber- und Nierenversagen vergiften den Organismus, Koma und Tod sind - bei schwerem Verlauf - in bis zu 50% der Fälle die Folge (die Sterblichkeit bei ungeimpften Touristen ist höher!).

Hämorrhagisches Gelbfieber führt zu Haut- und Organblutungen. Neben diesen schweren Verlaufsformen mit Leberbeteiligung (Gelbsuchtsymptome, daher der Name) kommt es auch zu leichten Erkrankungen, auch symptomfreie Verläufe sind möglich. Kinder sind bevorzugt betroffen, allerdings ist bei ihnen die Sterblichkeit geringer.

Gegen Gelbfieber gibt es keine Medikamente. Die Behandlung erfolgt intensivmedizinisch und bezieht sich auf die Symptome.

Passiver Schutz

Meiden Sie Moskitostiche zu allen Tages- und Nachtzeiten. Die Expositionsprophylaxe (Schutz vor Insektenstichen / -bisse) mit Moskitonetzen und einem Repellent sollte in Endemiegebieten unbedingt angewendet werden (>> Shop TropenFit.de).

Impfstoff

Geimpft wird mit einem speziellen Impfstamm. Diese "lebenden", aber abgeschwächten Viren führen nicht zu einer Erkrankung. Der Impfstoff wird auf angebrüteten Hühnereiern vermehrt und anschließend gereinigt. Spuren von Hühnereiweiß können enthalten sein. Der Impfstoff wird in den Muskel oder unter die Haut gespritzt. Der Impfstoff ist äußerst effektiv (Schutzrate annähernd 100 Prozent), während die Krankheit bei nicht immunisierten Erwachsenen tödlich verlaufen kann. Die Impfung wird allen Reisenden (mit einigen Ausnahmen), die Länder oder Gebiete mit einem Gelbfieberrisiko besuchen, empfohlen. Bei Inlandsreisen in Ländern der Gelbfieberzonen Afrikas und Südamerikas wird die Impfung allen empfohlen, die die urbane Umgebung verlassen, auch wenn diese Länder Krankheitsfälle nicht offiziell gemeldet haben.

Anwendung

Erste Grundimpfung mindestens 10 Tage vor der Einreise, Impfung nur bei autorisierten Impfärzten möglich (>> Gelbfieberimpfstellen), weil der Impfstoff sehr empfindlich ist und eine autorisierte Impfbestätigung ausgestellt werden muss.

Impfung

Die Impfung wird bei Reisen in Risikogebiete dringend empfohlen und von Risikoländern bei Einreise verlangt. Laut WHO besteht der Impfschutz nach einmaliger Impfung lebenslang, wenn nicht gleichzeitig mit einer Masernimpfung geimpft wurde. Bisher akzeptieren jedoch nicht alle Länder diese Neuregelung und bestehen weiterhin auf eine Impfung, die nicht älter als 10 Jahre ist. Genau Informationen zu den Einreisebestimmungen erhalten Sie hier >> Reiseberatung

Der Lebendimpfstoff wird nur bei zugelassenen Impfstellen abgegeben (>> Gelbfieberimpfstellen) und der Impfschutz tritt nach ca. 10 Tagen ein und liegt bei fast 100 %. Neben dem Impfschutz ist stets auf einen wirksamen Mückenschutz zu achten (>> Shop TropenFit.de).

Nebenwirkungen / Gegenanzeige

Die Impfung  ist in der Regel gut verträglich, gelegentlich treten Hautrötungen, Schwellungen oder auch grippeähnliche Symptome auf. In seltenen Fällen werden neurologische Impfreaktionen (Gehirnhautentzündung) beschrieben.

 Nicht geimpft werden sollten Schwangere, Hühnereiweißallergiker und Patienten mit Immundefekten.

Bemerkungen

Nach Aufenthalt in Gelbfieberländern ohne Impfschutz kann die Einreise in andere Länder verweigert werden. Aus medizinischen Gründen besteht die Möglichkeit einer Impfbefreiung, die von staatlichen Stellen beglaubigt sein muss, aber nicht unbedingt von allen Ländern anerkannt wird. Eine vorherige Kontaktaufnahme zur Botschaft ist anzuraten.

Infografik Gelbfieber

Gelbfieber Infografik

Gelbfieberkarte Afrika

Gelbfieber Afrika

https://commons.wikimedia.org 

Gelbfieberkarte SüdamerikaGelbfieber Südamerika

https://commons.wikimedia.org 

Weitere Informationen zum Thema "Gelbfieber" erhalten Sie hier >> weiter

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Autor

10.02.2017, Dr. med. Andrea Gontard (AG), Fachärztin für Allgemeinmedizin

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