Schwanger auf Reisen
Häufig gestellte Fragen zur Schwangerschaft auf Reisen:
Darf ich in der Schwangerschaft fliegen?
Hier ist entscheidend in welcher Schwangerschaftswoche Sie fliegen:
Flugreisen in der Schwangerschaft sollten sie individuell mit Ihrem Frauenarzt absprechen. Generell gilt bei längeren Flügen für die 1. bis 14. Schwangerschaftswoche noch erhöhte Vorsicht, da das Risiko für Zwischenblutungen, Fehlgeburten oder starkes Erbrechen in dieser Phase erhöht ist . In der 15. bis 28. Schwangerschaftswoche ist bei komplikationsloser Schwangerschaft Fliegen problemlos möglich. Ab der 29. bis zur 35. Schwangerschaftswoche verlangen manche Fluggesellschaften ein ärztliches Attest, daß Sie als werdende Mutter fliegen dürfen. Ab der 36. Schwangerschaftswoche lehnen die meisten Fluggesellschaften eine Beförderung ab, da das Risiko einer Geburt an Bord zu hoch ist. Erkundigen Sie sich in diesem Fall direkt bei Ihrer Airline über die dort gültigen Regelungen.
Auch in den Tagen direkt nach der Geburt ist von einer Flugreise dringend abzuraten.
In der Schwangerschaft ist bei längeren Reisen das Thromboserisiko erhöht. Sorgen Sie deshalb für Beinfreiheit, vertreten Sie sich häufig die Beine und legen Sie sie so oft wie möglich hoch. Außerdem sollten Sie während der Reise ausreichend trinken. Wie bei geschwollenen Beinen können auch Kompressionsstrümpfe während der Reise nützlich sein und das Thromboserisiko senken (erhältich im Shop Tropeninstitut.de). Bei Thrombembolien in der Vorgeschichte sollten Flugreisen in der Schwangerschaft unterlassen werden.
Eine weitere Kontraindikation bei Flugreisen von Schwangeren ist die Anämie mit einem Blutfarbstoffgehalt des Blutes < 8,5 mg/dl. Bei häufigen Flugreisen in der Schwangerschaft sollte auch bedacht werden, daß bei Flügen in größere Höhe eine erhöhte Strahlenbelastung gegenüber dem Boden besteht. Kritisch ist hier bezüglich der Strahlenempfindlichkeit des Feten besonders die 8. - 15. Schwangerschaftswoche zu sehen.
nach oben
Wohin darf ich in der Schwangerschaft reisen?
Als Schwangere sollten sie das Reiseziel wohl überlegt auswählen und hierzu Rücksprache mit Ihrem behandelnden Arzt halten. Da Malaria für Schwangere und das ungeborene besonders gefährlich ist, ist von Reisen in Malariarisikogebiete grundsätzlich abzuraten. Auch einem Gelbfieberrisiko sollte man sich nicht aussetzten. Ein weithin unbekannter Krankheitserreger ist das Hepatitis E-Virus, das wie Hepatitis A oral-fäkal übertragen wird und vor allem bei Schwangeren schwere Verläufe zeigt. Eine Impfung gegen diese Hepatitisform gibt es nicht. Deshalb sollten Südostasien, Indien, Mittelamerika und Zentralafrika, wo dieses Virus vorkommt gemieden werden. Auch Reisen unter mangelhaften hygienischen Umständen und mit dem Risiko einer Durchfallerkrankung erhöhen das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft.
Sollte eine Reise in gefährdete Gebiete wirklich unumgänglich sein, sind die meisten Impfungen und auch eine suffiziente medikamentöse Malariaprophylaxe nach Rücksprache mit einem erfahrenen Arzt möglich. Aber es sollte immer eine Risikoabwägung zwischen Medikamentennebenwirkungen und Notwendigkeit der Reise erfolgen.
nach oben
Welche Impfungen in der Schwangerschaft?
Wenn Impfungen nicht dringend erforderlich sind, sollten sie in der Schwangerschaft nicht durchgeführt werden, das gilt insbesondere für so genannte Lebendimpfstoffe aus abgeschwächten Keimen (z.B. Masern-, Mumps- und Rötelnimpfung). Hier kann eine Gefährdung Ihres Babys nicht ausgeschlossen werden. Passive "Impfungen" (Immunglobuline) wie z.B. gegen Hepatitis A , Hepatitis B und Röteln können ohne Bedenken während der Schwangerschaft gegeben werden. Nebenwirkungen auf das ungeborene Kind sind durch die Gabe von passiven Impfstoffen nicht zu befürchten. Einige Impfstoffe aus abgetöteten Erregern können auch Schwangeren verabreicht werden, ebenso wie manche Impfstoffe aus Toxoiden, unschädlich gemachten Bakteriengiften (z.B. Tetanus). Bei einigen Totimpfstoffen sind jedoch Nebenwirkungen auf das ungeborene Kind bekannt, bei anderen Impfungen bestehen zur Zeit noch zu wenig Erfahrungen, um eine allgemeine Impfempfehlung auszusprechen.
Deswegen gilt: Sie sollten gemeinsam mit Ihrem Arzt ausführlich Nutzen und Risiko in Frage kommender Impfungen abwägen und lieber Ihr Urlaubsziel noch einmal überdenken, bevor Sie unnötige Risiken eingehen.
nach oben
Unbedenkliche Impfungen in der Schwangerschaft (ohne Gewähr)
alle Immunglobuline (=Passivimpfschutz)
Tetanus
Diphtherie (ab 4. Monat)
Polio
nach oben
Bedenkliche Impfungen in der Schwangerschaft (Risikoabwägung notwendig)
Cholera (oral, parenteral)
FSME
Gelbfieber (ab 6. Monat)
Japanische Enzephalitis
Hepatitis A und B
Influenza
Meningokokken-Meningitis
Tollwut
Typhus (oral, parenteral)
nach oben
Verbotene Impfungen in der Schwangerschaft
BCG (Tuberkulose)
Masern
Mumps
Röteln
Varizellen (Windpocken)
nach oben
|