Schutzmöglichkeiten
vor Malaria
Hier finden Sie Informationen zur
Expositionsprophylaxe
Die beste Prophylaxe ist der Schutz
vor Stichen durch die Anophelesmücke.
Denn es gilt die alte Tropenweisheit: Kein Stich - Keine Infektion !
Je weniger Sie gestochen werden, desto kleiner ist die
Gefahr, angesteckt zu werden.
Anopheles-Mücken stechen fast nur in der Dämmerung
und nach Sonnenuntergang!
Deshalb sollten Sie lange Hosen, langärmelige Hemden
oder Blusen tragen, besonders die Köchel schützen,
evtl. Kleider mit geeigneten Insektiziden besprayen (macht
keine Flecken) und Mücken abwehrende Mittel auf
die Haut auftragen (hoch wirksame Repellents im Shop Tropeninstitut.de).
Meistens ist der Schlafraum nicht mückensicher (Mückengitter
an Fenster und Türen oder Klimaanlage), dann sollten
Sie unter einem – im besten Fall mit Insektizid
behandelten - Mückennetz schlafen (Moskitonetzte im Shop Tropeninstitut.de). Achten Sie darauf,
daß das Netz eine geeignete Maschengröße
aufweist und keine Löcher hat. Insektizidspray
oder Rauchspiralen (im Shop Tropeninstitut.de) sind eine sinnvolle zusätzliche
Maßnahme, können ein gutes Moskitonetz
aber nicht ersetzen.
Repellents
Repellents sind insektenabweisende
Mittel und werden direkt auf der Haut angewendet. Sie
bieten einen Schutz von bis zu 8 Stunden auf den behandelten
Hautstellen, haben einen angenehmen Geruch und werden
mittlerweile von der WHO empfohlen. DEET gilt weltweit dabei als das wirksamste Insektenabwehrmitteln für die Haut. Lediglich schwangeren Frauen sowie Kindern unter 2 Jahren wird von der Anwendung abgeraten. Darüber hinaus haben Icaridin-Präparate eine wissenschaftlich
belegte Wirkung, wie zum Beispiel Autan. Eine Auswahl an Insektenschutz mit der Substanz DEET, sowie Moskitoschutz für Schwangere und Kinder finden Sie im Shop Tropeninstitut.de.
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Imprägnieranleitung für Moskitonetze – eine
sinnvolle Ergänzung
Bei direktem Netzkontakt kann man
auch trotz Moskitonetz noch gestochen werden. Deswegen
sollten Insekten durch Imprägnierung bei Kontakt mit dem Netz unschädlich
gemacht werden. Die Imprägnierung kann mit Cyfluthrin,
einem synthetischen Pyrethroid erfolgen. Pyrethroide
schädigen das Nervensystem von Insekten und führen
auf diese Weise schnell zu ihrem Tod. Für Warmblüter
gelten sie hingegen als wenig giftig (Imprägnationskit im Shop Tropeninstitut.de).
Imprägnierungsanleitung (mit Plastikhandschuhen arbeiten)
Cyfluthrin (50g/l) ist im Handel als Solfac® EW 050
erhältlich.
Zubereitung der Lösung
- Nylon- oder Polyethylennetze:
Single (10 m²): 10 ml Solfac® EW 050 mit 300 ml Wasser verdünnen
Double (20 m²): 20 ml Solfac® EW 050 5% (1g/20 ml) mit 600 ml Wasser
verdünnen
- Baumwollnetze
Single (10 m²): 10 ml Solfac® EW 050 mit 1200 ml Wasser verdünnen
Double (20 m²): 20 ml Solfac® EW 050 5% (1g/20 ml) mit 2400 ml Wasser
verdünnen
- Baumwolle/ Polyethylennetze:
Single (10 m²): 10 ml Solfac® EW 050 mit 600 ml Wasser verdünnen
Double (20 m²): 20 ml Solfac® EW 050 5% (1g/20 ml) mit 1200 ml Wasser
verdünnen
Ein Nylon-Netz von 10 m² nimmt ca.
200 ml Lösung auf, ein Baumwollnetz von 10 m² nimmt
ca. 400 ml Lösung auf.
- Lösung herstellen je nach Netz
(Nylon oder Baumwolle)
- Netz und Lösung in Plastikschüssel
oder Plastiksack geben
- Netz ca. 2 Minuten durchwalken, anschließend
5 Minuten einwirken lassen
- Netz herausnehmen und auswringen
- Auf den Boden legen und trocknen lassen
- 2 Tage auslüften, dann ist es einsatzfähig
Wirkdauer der Imprägnierung:
4 bis 6 Monate
Wirkstoffverbrauch:
Pro m² nimmt ein Nylon-Netz etwa 20 ml Lösung,
ein Baumwollnetz etwa 40 ml Lösung auf.
20 ml Solfac® EW 050 sollte für ein bis zwei "Single"-Netze
ausreichen.
Mückenmittel/Repellents die für die Anwendung
auf der Haut gedacht sind, sind zur Imprägnierung
ungeeignet!
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Medikamentöse Prophylaxe
Die medikamentöse Prophylaxe
kann die Expositionspropyhlaxe nicht ersetzen.
Reisenden in bestimmten Malariagebieten wird von der
Weltgesundheitsorganisation WHO eine medikamentöse
Vorsorgebehandlung und/oder die Mitnahme eines Notfallmedikamentes
zur Einnahme bei Erkrankung empfohlen. Die Auswahl der
Medikamente richtet sich nach der Erregerempfindlichkeit
(Resistenz) in der jeweiligen Region (ärztl. Reiseberatung).
Hierzu werden die Malariagebiete
der Erde in Risikozonen eingeteilt. Man unterscheidet
zwischen Gebieten mit keinem, mit geringem und hohem
Infektionsrisiko. Für jede
Risikozone ergeben sich spezielle medikamentöse
Empfehlungen, die regelmäßig aktualisiert
werden. Innerhalb der einzelnen Zonen existiert jedoch
kein einheitliches Risikoprofil.
Die Chemopropyhlaxe sollte eine Woche vor Einreise in
das Malariagebiet beginnen, damit ein ausreichender Schutz
aufgebaut werden kann.
Bei Kurzaufenthalten gilt die "7-Tage-Regel":
Bei Aufenthalten von weniger als sieben Tagen wird für
Brasilien, Indonesien, Kambodscha, Myanmar und Thailand
keine Prophylaxe, sondern die Mitnahme eines Notfallmedikamentes
(Stand-by-Therapie) empfohlen.
Da die in Frage kommenden Medikamente
rezeptpflichtig und somit in Deutschland nicht frei
erhältlich sind
und sich die Empfehlungen der WHO entsprechend der Resistenzlage
häufig ändern, sollte die medikamentösen
Malariaprophylaxe mit einem reisemedizinisch erfahrenen
Arzt abgeklärt werden (ärztl. Reiseberatung).
Bei der Einnahme von Malariamedikamenten
sind Nebenwirkungen und Risiken nach Angaben der
Hersteller zu beachten. Bei bestimmten Krankheiten können Komplikationen auftreten, die dem Reisenden bekannt
sein sollten und bei denen die betreffenden Medikamente
nicht genommen werden dürfen. Besonders bei Schwangeren,
Kindern und chronisch kranken Menschen sind Einschränkungen
und Kontraindikationen zu beachten (ärztl. Reiseberatung).
Zur Chemoprophylaxe stehen folgende
Medikamente zur Verfügung:
Chloroquin
Proguanil
Mefloquin
Atovaquon/Proguanil
Artemether/Lumefantrin
Doxycyclin
Sulfadoxin-Pyrimethamin
Da es sich hier um hochpotente Antibiotika
handelt, dient die Aufstellung nur als Überblick
und kann und soll die Information durch den Arzt oder
Apotheker sowie den Beipackzettel nicht ersetzen!
Chloroquin (z.B. in Resochin®)
Chloroquin hat vergleichsweise geringe Nebenwirkungen.
Am häufigsten treten Schlafstörungen auf.
Augenschäden mit Veränderungen der Netzhaut
sind sehr selten und nur bei mehrjähriger Einnahme
zu befürchten. Bei Erkrankungen der Netzhaut (Retinopathie)
ist die Einnahme trotzdem kontraindiziert, ebenso sollte
das Medikament nicht bei Psoriasis (Schuppenflechte)
oder Muskelerkrankungen (Myastenia gravis) oder schweren
Leber- und Nierenerkrankungen eingenommen werden. Bei
einer Dauermedikation sind sicherheitshalber augenärztliche
Kontrollen anzuraten. Kleinkinder dürfen Chloroquin
in reduzierter Dosis einnehmen. Schwangere sollten
auf die Einnahme verzichten.
Chloroquin wird zur Prophylaxe und zur Therapie in Malariagebieten
eingesetzt, in denen noch keine Resistenzen bekannt sind.
Dosierung:
Wöchentliche Einnahme
Erwachsene < 75 kg nehmen 300 mg (= 2 Tbl. Resochin®)
pro Woche immer am gleichen Wochentag
Erwachsene > 75 kg nehmen 450 mg (=3 Tbl. Resochin®)
pro Woche immer am gleichen Wochentag
Bemerkung:
Einnahme von einer Woche vor bis vier Wochen nach dem
Aufenthalt
Bei "Last-Minute-Reisen": je 300 mg (= 2 Tbl.)
an zwei aufeinander folgenden Tagen in der Woche vor
der Abreise, danach Dosierung wie oben beschrieben
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Proguanil (z.B. in Paludrine)
Proguanil wird nur in Kombination mit Chloroquin eingenommen.
Nebenwirkungen sind selten und können sich in Übelkeit,
Durchfall, Schwindel und Mundulzerationen oder Hautreaktionen äußern.
Schwangere und Kleinkinder dürfen Proguanil ohne
Bedenken einnehmen. Bei chronisch nierenkranken Personen
ist die Einnahme nicht uneingeschränkt zu empfehlen.
Dosierung:
Tägliche Einnahme
200 mg pro Tag (= 2 Tbl./Tag)
Bemerkung:
Einnahme zwei Tage vor bis vier Wochen nach dem Aufenthalt
in Kombination mit Chloroquin
Bei „Last-minute-Reisen“: 2 Tbl. täglich
ab Ankunft im Risikogebiet
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Mefloquin ( z. B. in Lariam®)
Mefloquin wird in der Mehrzahl der Fälle gut und
komplikationslos vertragen. Die Chemopropyhlaxe sollte
eine Woche vor Einreise ins Malariagebiet beginnen und
4 Wochen nach Verlassen des Endemiegebietes fortgesetzt
werden. Bei der erstmaligen Einnahme empfiehlt die DTG
aber, die Prophylaxe 3-4 Wochen vor der Abreise zu beginnen,
um bei Unverträglichkeit ggf. auf andere Präparate
auszuweichen. Wenn Mefloquin schon einmal eingenommen
und vertragen wurde, dann ist auch bei späteren
Anwendungen nicht mit gravierenden Nebenwirkungen zu
rechnen. Bei erwiesenen Unverträglichkeiten muß auch
bei späteren Reisen auf das Medikament verzichtet
werden. Als Nebenwirkungen treten am häufigsten
psycho-vegetative Veränderungen auf, die sich selten
durch epileptische Anfälle, psychotische Störungen
oder Schwindel mit Koordinationsstörungen, aber
auch Angst, Depression und Halluzinationen äußern
können. Sie sind dosisabhängig und treten bei
der empfohlen Prophylaxedosierung nur selten auf. Personen
mit psycho-vegetativen Vorerkrankungen sollten auf Alternativmedikamente
ausweichen. Auch bei bekannten Krampfleiden und bestimmten
EKG-Veränderungen ist das Medikament kontraindiziert.
Von der Einnahme während Schwangerschaft (vor allem
im ersten Drittel) und Stillzeit wird ebenfalls abgeraten.
Reisende mit Aktivitäten, die eine besondere Aufmerksamkeit,
Orientierung und Feinmotorik erfordern, wie z.B. Piloten
oder Taucher in größeren Tiefen, sollten kein
Mefloquin einnehmen.
Mefloquin® wird in Gebieten mit hohem Infektionsrisiko
durch Erreger der Malaria tropica eingesetzt. Es kann
zur Prophylaxe und zur Notfallbehandlung genommen werden.
Als Alternativmedikament kommt die Kombination Atovaquon/Proguanil
(Malarone®) in Frage.
Dosierung:
Prophylaxe:
250 mg (= 1 Tbl.) pro Woche
Einnahme eine Woche vor bis vier Wochen nach dem Aufenthalt.
Wenn die Verträglichkeit noch nicht bekannt ist,
2 -3 Wochen vor bis vier Wochen nach dem Aufenthalt.
Bei „Last-minute-Reisen“ ist die Einnahme
einer Loading-Dose innerhalb von 3 Tagen möglich,
indem die Wochendosis an drei aufeinanderfolgenden Tagen
eingenommen wird. (Vorsicht bei evtl. Unverträglichkeiten)
Notfallmedikation/Therapie
20-25mg/kg Körpergewicht, aufgeteilt in 2-3 Gaben
im Abstand von 6-8 Stunden.
Schema bei >60kg: 6 Tbl. a 250mg 3+2+1
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Atovaquon/Proguanil (z.B. in Malarone®)
Das Mittel befindet sich erst seit dem Frühjahr
2001 auf dem deutschen Markt und bisher nur für
Tropenaufenthalte bis 28 Tage zugelassen. Nach den klinischen
Prüfungen wird die Kombination gut vertragen, Nebenwirkungen
sind selten. Es können Übelkeit, Verdauungsstörungen
und Kopfschmerzen auftreten. Durch die Einnahme von Metoclopramid
bei Reiseübelkeit wird die Wirkung herabgesetzt.
Da noch keine langjährigen Erfahrungen vorliegen,
wird die Prophylaxe mit Atovaquon/Proguanil in erster
Linie bei Unverträglichkeiten von Mefloquin eingesetzt.
Für Jugendliche in Deutschland ist dieses Prophylaxe-Präparat
erst ab einem Körpergewicht von 11 kg zugelassen.
In den USA ist die Kombination auch schon für Kinder
zugelassen. Mit Änderungen im deutschen Arzneimittelrecht
ist zu rechnen.
Die Atovaquon/Proguanil-Kombination wird zur Prophylaxe
und zur Therapie eingesetzt, insbesondere bei Unverträglichkeiten
und Kontraindikationen gegenüber Mefloquin, aber
auch in einigen Malariagebieten, in denen Mefloquinresistenzen
bekannt sind.
Dosierung:
250mg/100mg (= 1 Tbl.) pro Tag
nur für Erwachsene > 40 kg Körpergewicht
bei max. vier Wochen Aufenthalt
Einnahme von einem Tag vor bis sieben Tage nach dem
Aufenthalt
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Artemether/Lumefantrin (z. B. in
Riamet®)
Die Kombination Riamet -R ist nur zur Therapie der unkomplizierten
Infektion mit Plasmodium falciparum und zur Selbstbehandlung
im Notfall zugelassen. Als Nebenwirkungen können
Verdauungsstörungen, Kopfschmerzen und Schwindel
auftreten. Bei Herzerkrankungen darf Riamet® nicht
gegeben werden.
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Doxycyclin
Doxycyclin ist zur Prophylaxe der Malaria tropica in
Gebieten mit Multiresistenzen geeignet und wird von
der WHO für einige Regionen empfohlen. In Deutschland
ist Doxycyclin für diese Indikation nicht zugelassen.
Als häufigste Nebenwirkung tritt eine Photosensibilität
auf, so daß direkte Sonnenbestrahlung während
der Einnahme vermieden werden sollte, was in tropischen
Gebieten naturgemäß eine große Einschränkung
ist. Seltene Nebenwirkungen sind Augenhintergrundsveränderungen
und erhöhter Hirndruck, vor allem bei übergewichtigen
Frauen. Bei Sehstörungen und Kopfschmerzen muß das
Medikament sofort abgesetzt werden. Doxycyclin darf
nicht in der Schwangerschaft und bei Kindern unter
dem 8. Lebensjahr gegeben werden.
Dosierung:
100 mg (= 1 Tbl.) pro Tag
Einnahme einen Tag vor bis vier Wochen nach dem Aufenthalt
Chinin
Chinin wird in Kombination mit anderen Mittel zur Behandlung
eingesetzt, zur Prophylaxe und Notfalltherapie wird
es nicht empfohlen.
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Sulfadoxin-Pyrimethamin (Fansidar®)
Fansidar wird zum Teil in Afrika noch zur Prophylaxe
angewendet, von Tropenmedizinern aber nicht mehr empfohlen.
In Deutschland besteht für diese Kombination keine
Zulassung.
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