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Was muß ein Diabetiker unterwegs beachten?
Checkliste Zeitumstellung

Hypoglykämie (Unterzuckerung)
Maßnahmen bei Hypoglykämie
Hyperglykämie (Blutzuckerentgleisung)
Maßnahmen bei Hyperglykämie

Weitere Risiken für Diabetiker auf Reisen

 

Was muß ein Diabetiker unterwegs beachten?
Wenn insulinpflichtige Diabetiker in der Einnahme ihrer Medikamente selbständig und bei der Insulintherapie gut geschult sind, können sie im Prinzip genauso verreisen wie Gesunde. Von Vorteil ist auf Reisen eine intensivierte Therapie, die an die veränderten Gegebenheiten angepaßt werden kann.
Drohende Gefahren sind eine  Erhöhung des Blutzuckers (Hyperglykämie) durch zu wenig Insulin und eine Unterzuckerung (Hypoglykämie) durch zuviel Insulin oder zuwenig Kohlenhydrataufnahme. Letztere ist wohl die gefährlichere Komplikation, da sie schnell und ohne wesentliche Vorwarnungen eintritt. Bei Reisen in fremde Regionen sollte sich jeder Diabetiker zunächst über die verschiedenen und teilweise fremden Kostformen informieren. Hier helfen Ratgeber und Nährwerttabellen, die über den Buchhandel und Diabetikerverbände erhältlich sind.

Vor Antritt der Reise sind einige Punkte zu beachten um einen problemlosen Aufenthalt zu ermöglichen:
 
- Medikamente und Pen in doppelter Menge mitnehmen
- Medikamente in zwei getrennten Gepäckstücken im Kabinengepäck mitführen
- Traubenzucker und kleine Zwischenmahlzeiten (z.B. Müsliriegel) besorgen, evtl. Glucagonspritze besorgen
- BZ-Meßgerät und genügend Teststreifen mitnehmen
- Internationalen Diabetikerausweis besorgen
- Ärztliches Attest über Notwendigkeit des Spritzbestecks für Zoll und Fluggesellschaft mitführen
- Fluggesellschaft informieren, Diabetikeressen bestellen
- Für warme Regionen oder lange Autoreisen eventuell Insulinkühlbox bestellen, Insulin ist nur bis 40° hitzestabil.
- Kopierten Insulinbeipackzettel mitnehmen
- Informationen über ärztliche Versorgung und Insulinbezugsquellen im Reiseland einholen
- Information über landeübliche Kost einholen
- Mitreisende über Erkrankung informieren
- Denken Sie an eine Reisekrankenversicherung, die diabetische Notfälle einschließt.
- Erforderliche Impfungen sollten frühzeitig durchgeführt werden, da sie vorübergehend Ihre Diabeteseinstellung stören und zu Blutzuckerschwankungen führen können. Also lassen Sie sich möglichst einige Wochen vor Abreise impfen.

Der Diabetiker-Bund empfiehlt, ein ärztliches Attest auf die Reise mitzunehmen, in welchem die Injektionsbehandlung und das Injektionsbesteck bescheinigt werden. Dies erspart Ärger und Zeit beim Zoll. Ein entsprechendes Zertifikat kann beim Diabetiker-Bund, Landesverband BW, Offenbachstrasse 12, 74629 Pfedelbach bestellt werden (adressierten und frankierten Rückumschlag beilegen) oder hier heruntergeladen werden (Zertifikat Diabetes).

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Checkliste Zeitumstellung
Die Zeitumstellung bereitet Diabetikern ein besonderes Problem. Wenn der Zielort nur ein oder zwei Stunden entfernt ist, entstehen normalerweise keine Schwierigkeiten. Bei größeren Entfernungen sollte sich insbesondere der insulinpflichtige Diabetiker an vorgegebene Regeln halten.
Der Umgang mit oralen Antidiabetika (Tabletten) ist von der Art des Medikamentes abhängig. Manche Tabletten wirken über den ganzen Tag, andere müssen direkt vor dem Essen eingenommen werden. Besprechen sie auf jeden Fall vor Abreise in den Urlaub mit dem behandelnden Arzt wie im Einzelfall zu verfahren ist.
Bei Insulinpflichtigkeit ist die Verfahrensweise ganz entscheidend von der Art des verabreichten Insulins abhängig, auch hier sollten Sie sich vorher mit Ihrem Arzt besprechen.
Bei intensivierter Therapie mit kurzwirksamen Insulinen könnte das folgende Schema sinnvoll sein:
Bei einem Flug nach Westen wird die nächste Insulindosis pro Stunde Zeitverlängerung um ein Zwölftel (1/12) erhöht. Anschließende Blutzuckerkontrolle alle 3 Stunden und Anpassung der Dosis sind schon wegen Umstellung der Kost, weniger Kohlenhydrataufnahme und Streß dringend notwendig.
Bei einem Flug nach Osten wird die nächste Insulindosis pro Stunde Zeitverkürzung um ein Zwölftel (1/12) gekürzt, anschließend Blutzuckerkontrolle wie oben alle 3 Stunden und Anpassung der Dosis.

Wichtig: bestimmen Sie den Blutzucker am ersten Abend vor dem Schlafengehen - die größte Gefahr einer Unterzuckerung besteht nicht während des Fluges, sondern in der folgenden Nacht.

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Hypoglykämie (Unterzuckerung)
Die Unterzuckerung (Hypoglykämie) kann schnell zur Bewußtseinseintrübung oder gar zum Schock mit Bewußtlosigkeit führen. Schon bei ersten Anzeichen sollte der Blutzucker gemessen und  entsprechende Gegenmaßnahmen unternommen werden.

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Maßnahmen bei Hypoglykämie
Bei  Blutzucker unter 50 mg, leichtem Schwitzen, Zittern mit Hungergefühl ist die  Aufnahme von ein bis zwei Broteinheiten (2 BE, ein Joghurt, Saft, Müsliriegel) oft schon ausreichend.
Bei Auftreten von Verwirrtheitszuständen und beginnender Somnolenz sollte ein Arzt hinzugezogen werden.  Hilfsperson können in diesem Fall falls vorhanden  1 Ampulle Glukagon s.c. (subkutan) oder i.m. (intramuskulär) verabreichen, der hinzugezogene Arzt wird Glucose intravenös verabreichen und den Wasser- und Elektrolythaushalt ausgleichen. In diesem Fall kann eine Krankenhauseinweisung unumgänglich werden.

Merke:
Eine Unterzuckerung stellt sich schnell ein und muß dringend sofort behandelt werden.

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Hyperglykämie (Blutzuckerentgleisung)
Die Entgleisung des Blutzucker im Sinne einer Erhöhung (Hyperglykämie) stellt sich immer langsam ein und führt unbehandelt allmählich über Durstgefühl, allgemeine Schwäche und Müdigkeit zur Bewußtseinseintrübung. Der Patient mit einer Hyperglykämie schläft sehr viel, kann aber aufgeweckt werden (im Gegensatz zum Patienten im hypoglykämischen Schock).
Bei Typ1-Diabetikern sollte die regelmäßige Glucosemessung im Urin gerade auf einer Reise selbstverständlich sein. Dabei sollte der Urinzucker möglichst unter 1% liegen. Treten Werte über 3% auf, so ist eine Kontrolle des Acetons im Urin erforderlich. Sie kann über Urinteststreifen erfolgen. Liegt eine Acetonausscheidung vor, dann sollte der Diabetiker möglichst einen Arzt aufsuchen. Daneben ist für eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu sorgen, die durchaus mehrere Liter Wasser pro Tag betragen kann. Eine Neueinstellung des Blutzuckers ist anschließend dringend geboten.

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Maßnahmen bei Hyperglykämie
Blutzucker erhöht > 250 mg% und Urinaceton negativ:
Viel Trinken
Blutzucker evtl. vorsichtig mit Normalinsulin senken *)
Nahrungsaufnahme gleichzeitig, um Unterzuckerung vorzubeugen
Blutzuckertests mehrmals täglich
Blutzucker erhöht > 250 mg% und Urinaceton positiv:
Möglichst Arzt bestellen
Sehr viel trinken
Blutzucker durch Normal-Insulingabe senken (zusätzlich 20% des Tagesbedarfes) *)
Blutzuckerkontrolle alle 2 Stunden
Körperliche Schonung
----------------------------------
*) 1 Einheit (E) Normalinsulin senkt den Blutzucker um ca. 25 mg%

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Weitere Risiken für Diabetiker auf Reisen
Hautinfektionen: Achten Sie darauf, sich möglichst nicht zu verletzen! Auch gutes Schuhwerk zur Vermeidung von Blasen und aufgeriebenen Fersen sind gerade für einen Diabetiker sehr wichtig. Für trotzdem aufgetretene Wunden, aber auch schon für aufgekratzte Insektenstiche, sollten sie antiseptische Salbe und Verbandsmaterial/Pflaster dabeihaben.
Koronare Herzerkrankung: Bei langjährigen Diabetikern ist das Risiko einer Herzkranzgefäßverkalkung und damit eines Herzinfarktes überproportional erhöht. Auch wenn sie bisher keine Beschwerden hatten, achten Sie auf Warnsignale wie Atemnot, Brustschmerz und Engegefühl, sowie Schulterschmerz oder Ausstrahlen in den Arm! Nehmen Sie diese Symptome ernst und gehen Sie zum Arzt.
Durchfall oder Erbrechen: Hier kommt es zu einer Verringerung des Insulinbedarfs und zu einem erhöhten Flüssigkeits- und Elektrolytbedarf. Testen Sie in diesem Fall häufig Ihren Blutzucker und reduzieren Sie ggf. die Insulinmenge oder auch die Zuckertabletten und achten Sie auf eine ausreichende Trinkmenge (z. b. gezuckerter Schwarztee).

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