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Gifttiere & Insekten - Verhaltenstipps
Insekten
Welche Gefahren gehen von Insekten aus?
Eines vorweg: Es gibt keine Hinweise darauf, dass Insekten das AIDS-Virus übertragen. Sie verbreiten jedoch - ebenso wie andere Gliederfüßer -zahlreiche andere Krankheiten:
Mücken: Malaria, Gelbfieber, Dengue-Fieber, Enzephalititis, Filariosen
Fliegen:
Onchozerkose (blackflies), Leishmaniasis (sandflies), Afrikanische Schlafkrankheit (Tsetsefliegen)
Wanzen:
Amerikanische Trypanosomiasis oder "Chagas-Krankheit"
Flöhe: Pest und Tungiasis, Fleckfieber
Läuse: Fleckfieber, Rückfallfieber
Zecken:
Fleckfieber, Rückfallfieber, Lyme-Borreliose und FSME
Mäuse und Ratten können hämorrhagisches Fieber oder die Pest übertragen. Die Pest gibt es z. Z. noch in Madagaskar, Mosambik, Simbabwe, Tansania, Uganda, Kongo, Bolivien, Brasilien, Peru und Vietnam (s. "Ihr Reiseziel".
Auch Tollwut kommt in den Tropen relativ häufig vor. Man sollte deshalb keine wildlebenden Hunde und Katzen streicheln und Wildtieren wie Schakalen, Füchsen, Stinktieren, Waschbären, Mungos und Affen aus dem Weg gehen. Kommt es trotzdem zu einer Bissverletzung, so muss die Wunde desinfiziert und ärztlicher Rat über das Tollwutrisiko in der betreffenden Gegend eingeholt werden. Gegebenfalls wird der Arzt zu einer nachträglichen Schutzimpfung raten.
Vorsicht ist auch bei Kauf von Lederwaren geboten, die aus unzureichend behandelten Häuten hergestellt wurden: Sie können Milzbrandsporen enthalten und ernsthafte Hauterkrankungen verursachen.
Gifttiere
Schwerwiegende oder sogar tödliche Zwischenfälle mit Gifttieren sind bei Reisen in den Tropen äußerst selten. Da ein Biss aber immer unangenehm und schmerzhaft ist, sollte man in den Gegenden, wo mit giftigen Tieren zu rechnen ist, einige einfache Verhaltenstipps beachten. Denn Gifttiere wie Schlangen, Skorpione oder Spinnen lauern dem „Opfer Mensch“ nicht auf, sondern sie beißen bzw. stechen fast ausschließlich in Situationen, in denen sie vom Menschen überrascht werden, sich bedroht fühlen und keine Fluchtmöglichkeit sehen.
Verhaltenstipps
- Bei Touren im Gelände kräftig auftreten und darauf achten, wohin man tritt.
- Geschlossene, über die Knöchel reichende Schuhe tragen – 90% der Schlangenbisse befinden sich an oder unter dem Knöchel!
- Nie im Dunkeln ohne Taschenlampe gehen, denn viele Gifttiere sind nachtaktiv!
- Vorsicht bei Rast unter Bäumen und größeren Büschen - Baumschlangen sind fast alle giftig.
- Bei einer Allergie gegen Bienen- und Wespenstiche immer Gegenmittel mitführen – Schlangenserum dagegen darf nur vom Arzt gegeben werden.
- Nie auf dem "nackten" Boden schlafen!
- Nie Kleidungsstücke, Schuhe, Nahrung auf der Erde liegen lassen – das lockt Skorpione, Spinnen und Schlangen an!
- Nie "blind" mit der Hand im Schränken o.ä. herumtasten
- Schuhe und Kleidung vor dem Anziehen ausschütteln
- Küchenabfälle sicher beseitigen, denn Essensreste locken Mäuse an, Mäuse locken Schlangen an.
- Mückennetze (hier erhältlich >> Shop Tropeninstitut) bzw. Fliegengitter an den Fenstern und Insektentüren erschweren den Zugang von Insekten und Spinnen.
Am Strand und im Wasser
- Schuhe schützen – gerade auch im Wasser
- Schwimmen ist besser als Waten
- Nach Stürmen treibt es oft Quallen in Strandnähe
- Gestrandete Meerestiere nie anfassen. So schießen bspw. Kegelschnecken bei Berührung Giftpfeile in die Haut.
Notfallmaßnahmen nach einem Biss oder Stich
- Beruhigung des Patienten (bei Aufregung verteilt sich das Gift schneller im Körper)
- Spülung der Bissstelle mit sauberem Süßwasser
- Evtl. Schmerzmittel geben
- Immer zum Arzt bzw. ins nächstgelegene Krankenhaus, das Antiseren gegen Schlangengift bereithält
- Genaue Beschreibung des Gifttieres ist wichtig, um das richtige Antiserum herauszufinden. Dieses sollte nur vom Arzt verabreicht werden, und auch nur dann, wenn das Gifttier eindeutig identifiziert werden konnte – es hat auch durch den Einsatz von Serum tödliche Zwischenfälle bei Patienten gegeben
- Abbinden von Arm oder Bein nur, wenn für den Transport mehr als 30 Minuten veranschlagt werden. Uhrzeit beim Abbinden notieren (z.B. mit Kugelschreiber auf die Haut). Alle 1/2 Stunde Binde 10 - 20 Sekunden lockern.
- Während des Transportes sollte sich der Patient so wenig wie möglich bewegen.
Quelle: Auswärtiges Amt Deutschland, 2002
Tipps zu "Gifttieren" zum
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