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Hepatitis B

Erreger

Hepatitis-B-Virus (HBV) aus der Familie der Hepadnaviren

Vorkommen

Ein Hepatitis-B-Risiko besteht weltweit. Die Häufigkeit chronisch Infizierter ist in Nordamerika, Australien, Zentralafrika und Südostasien am höchsten. In Deutschland schätzt man die Zahl der Neuinfektionen auf etwa 50.000 Fälle pro Jahr.

Infektionsweg

Das HBV wird von Mensch zu Mensch über Blut oder Körperflüssigkeiten übertragen. Die häufigste Übertragung erfolgt über Sexualkontakt. Eine geringe Menge Blut oder Schleimhautflüssigkeit reicht aus, um sich zu infizieren. Das Virus kann über unverletzte Schleimhäute übertragen werden. Jeder HBV-Träger ist ansteckend! Ein erhöhtes Risiko besteht für medizinisches Personal, Patienten, die häufig Blutprodukte erhalten oder dialysepflichtig sind, Personen mit chronischen Leberkrankheiten, Homosexuelle, Drogenabhängige, Prostituierte sowie Personen, die zu den Risikogruppen direkten Kontakt haben.

Inkubation

2 Wochen - 6 Monate!!

Verlauf

Viele HBV-Infektionen verlaufen asymptomatisch oder verursachen nur leichte Symptome und werden bei Erwachsenen oftmals nicht erkannt. Folgt der Infektion eine klinische Hepatitis, ist der Beginn grippeartig mit Fieber, Abgeschlagenheit, Erbrechen und Durchfällen. Später kommt es zu braungefärbtem Urin und zu einer Gelbsucht mit schwerer Leberschädigung; ein chronischer Verlauf mit Übergang in die Leberzirrhose (Untergang der Leberzellen) und Ausbildung eines Leberkarzinoms (Leberkrebs) ist möglich. Bei etwa einem Prozent der Erwachsenen endet die Krankheit tödlich. Bei einem Teil der Erkrankten entwickelt sich eine chronische Hepatitis, die später bei einigen zu einer Zirrhose und/oder zum Leberkrebs führt. Ältere Kinder und Erwachsene mit intaktem Immunsystem überwinden die Leberentzündung im Normalfall und erhalten dadurch eine natürliche, lebenslange Immunität. Während einer Schwangerschaft verläuft eine Hepatitis B nicht schwerer und wird normalerweise auch nicht auf das Kind übertragen. Allerdings kann die Mutter ihr Neugeborenes während der Geburt infizieren. Eine spezifische Behandlung der Hepatitis B ist möglich, jedoch in der chronischen Phase oft nicht mehr erfolgreich.

Impfung

PassiverSchutz

Meidung der Infektionsquellen (Blut, ungeschützer Sexualkontakt). Nach einer Exposition kann zusätzlich zu einer aktiven Impfung die Gabe von Immunglobulinen zum Direktschutz notwendig werden.

Impfstoff

Der Impfstoff besteht aus gentechnisch hergestellten Anteilen von HBV, die in den Muskel injiziert werden.

Anwendung

2 Grundimpfungen im Abstand von 4 - 6 Wochen, Auffrischung nach 6 - 8 Monaten. Bei reisemedizinischer Indikation (auch als Kombinationsimpfstoff mit Hepatitis A): Grundimmunisierung 0 - 28 Tage und 9 - 12 Monate oder Schnellimmunisierung: 0 - 7 - 21 Tage. Seit 1997 empfiehlt die "Ständige Impfkommission" die Schutzimpfung gegen Hepatitis B bei allen Kindern und Jugendlichen. Die erste Impfung erfolgt ab dem dritten, eine zweite und dritte Impfung im fünften und zwölften Lebensmonat. Ungeimpfte Kinder und Jugendliche erhalten insgesamt mindestens drei Impfungen. Erwachsene sollten geimpft werden, wenn sie zu einer der gefährdeten Personengruppen gehören. Neugeborene, deren Mutter an Hepatitis B leidet, erhalten eine Impfung direkt nach der Geburt.

Impfschutz

im allgemeinen 10 Jahre, Auffrischung nach 10 Jahren (bei reisemedizinischer Indikation), ansonsten nach vorheriger Prüfung des Titers (z.B. medizinisches Personal)

Nebenwirkungen

Durch gentechnische Herstellung sehr hoher Reinheitsgrad mit sehr guter Verträglichkeit und seltenen allgemeinen oder allergischen Reaktionen. Die WHO schätzt die Hepatitis-B-Impfstoffe als außerordentlich sicher ein. Allgemein kommt es zu leichten, vorübergehenden lokalen Reaktionen, allergische Reaktionen sind sehr selten. Trotz umfangreicher Presseberichte gibt es keinen wissenschaftlichen Beleg für die Annahme, die Hepatitis-B-Impfung sei eine mögliche Ursache für Multiple Sklerose.

Bemerkungen

Im Expositionsfall passiver Schutz durch Immunglobuline möglich, gleichzeitig aktive Impfung erforderlich; Abstand zu anderen Impfungen ist nicht erforderlich.

Reisemedizinische Beratung

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